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Bundesgerichtshof verhandelt über mögliche Erstattung von Verlusten bei unlizenzierten Online-Glücksspielen

Geschrieben von Quinn Hoffmann · 18.9.2026

Bundesgerichtshof verhandelt über mögliche Erstattung von Verlusten bei unlizenzierten Online-Glücksspielen

Gerichtssaal des Bundesgerichtshofs während einer Verhandlung zu Glücksspielrecht

Der Verfahrenshintergrund und die zentralen Fakten

Der Bundesgerichtshof führte am 17. September 2026 mündliche Verhandlungen in einem Leitentscheidungsverfahren unter dem Aktenzeichen I ZR 216/25 durch, das sich gegen Tipico Games Ltd. richtet und Ansprüche eines Spielers auf Rückerstattung von etwa 10.000 Euro aus Online-Casino-Spielen zwischen Dezember 2020 und September 2022 betrifft; die Spiele erfolgten ohne deutsche Lizenz, lediglich auf Basis einer maltesischen Erlaubnis, und fielen in die Phase des bundesweiten Verbots für die meisten Formen des Online-Glücksspiels vor 2021.

Rechtliche Grundlagen und die Position des Gerichts

Das Gericht zeigte in der Verhandlung Tendenzen, die Verträge unter der alten Verbotsregelung gemäß § 134 BGB als nichtig einzustufen, was eine Rückabwicklung und damit Erstattungsansprüche ermöglichen könnte; Beobachter notierten, dass diese Ausrichtung auf die Nichtigkeit der Verträge hindeutet, während das Verfahren als Leitentscheidung fungiert und damit Auswirkungen auf rund 300 anhängige Fälle allein beim BGH sowie Tausende weitere Verfahren in unteren Instanzen haben dürfte.

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom April 2026 unter dem Aktenzeichen C-440/23 bestätigte die EU-rechtliche Zulässigkeit nationaler Verbote für Online-Glücksspiele und öffnete gleichzeitig den Weg für Schadensersatz- beziehungsweise Rückerstattungsklagen gegen unlizenzierte Anbieter, indem es die nationalen Regelungen als mit dem Unionsrecht vereinbar einstufte.

Auswirkungen auf laufende und zukünftige Verfahren

Die Entscheidung im vorliegenden Fall könnte als Präzedenzwirkung für zahlreiche weitere Klagen dienen, in denen Spieler Verluste aus der fraglichen Zeitperiode geltend machen, da die Nichtigkeit der Spielverträge unter dem damaligen Verbot eine zentrale Rechtsfrage darstellt, die Gerichte in ganz Deutschland beschäftigt; Experten von Regulierungsbehörden und juristischen Instituten verweisen darauf, dass die BGH-Verhandlung den Rahmen für eine einheitliche Rechtsprechung schaffen kann, während das Fehlen eines abschließenden Urteils bislang noch Raum für weitere Argumentationen lässt.

Symbolbild zu Online-Glücksspielregulierung und Gerichtsverfahren in Deutschland

Die mündliche Verhandlung beleuchtete zudem Details der Spielaktivitäten des Klägers sowie die Lizenzsituation des Anbieters, wobei Vertreter beider Seiten ihre Positionen darlegten und das Gericht Fragen zur Anwendbarkeit des § 134 BGB sowie zur Reichweite des EuGH-Urteils stellte; Beobachter aus der Rechtswissenschaft berichten, dass die Richter die Argumente der Parteien intensiv prüften, ohne jedoch bereits ein abschließendes Ergebnis zu verkünden.

Chronologie und relevante Entwicklungen bis September 2026

Zwischen Dezember 2020 und September 2022 bot Tipico Games Ltd. Casino-Spiele ohne die nach deutschem Recht erforderliche Lizenz an, was unter das damalige vollständige Verbot fiel, während die maltesische Lizenz keine Gültigkeit im deutschen Markt begründete; der Spieler machte später Rückerstattungsansprüche geltend, was zum Leitentscheidungsverfahren führte und im September 2026 vor dem BGH mündlich verhandelt wurde, wobei das EuGH-Urteil aus dem April desselben Jahres als zusätzliche rechtliche Stütze diente.

Die Verfahrensführung als Leitentscheidung ermöglicht es dem BGH, grundsätzliche Fragen zur Wirksamkeit von Spielverträgen und zu Erstattungsansprüchen zu klären, was nach Angaben von Fachleuten an Forschungseinrichtungen wie dem Europäischen Institut für Glücksspielregulierung die Bearbeitung ähnlicher Fälle in den Instanzgerichten erleichtern könnte; Tausende Klagen in ganz Deutschland warten derzeit auf eine solche Klärung.

Fazit und Ausblick

Das Verfahren vor dem Bundesgerichtshof bleibt vorerst offen, da kein abschließendes Urteil erging, doch die in der Verhandlung erkennbaren Tendenzen deuten auf eine mögliche Nichtigkeit der Verträge und damit verbundene Erstattungsmöglichkeiten hin, die durch das EuGH-Urteil C-440/23 zusätzlich gestützt werden; weitere Entwicklungen werden in den kommenden Monaten erwartet, während die betroffenen Fälle weiterhin bei den Gerichten anhängig sind. Weitere Details zur Verhandlung finden sich in Berichten der ZEIT, und Informationen zum EuGH-Urteil stehen auf der Seite des Europäischen Gerichtshofs zur Verfügung.